Zum Inhalt springen

Auf die Effizienz kommt es an!

verschiedene elektrische Geräte stehen auf der Straße
© unsplash

Energie und Wasser sparen – das lohnt sich nicht nur für den Geldbeutel, sondern ist auch wichtig für den Klimaschutz. Durch die verantwortungsvolle Nutzung von Elektrogeräten lässt sich einiges an Strom einsparen. Doch wie hoch die Stromrechnung am Ende des Monats ist, hängt zu großen Teilen davon ab, wie energieeffizient die im Haushalt genutzten Geräte sind.

“Wenn man nicht auf Effizienz achtet, dann kann ein Gerät mehr Stromkosten verursachen, als man bei der Anschaffung gespart hat” erklärt Dr. Karin Kreutzer von der Bremer Umwelt Beratung. Vor der Anschaffung eines neuen Elektrogeräts mache es also durchaus Sinn, auch mal einen paar Euro mehr in die Hand zu nehmen: “Große Elektrogeräte sind in der Anschaffung schon teuer, aber sie sind auch Lebensabschnittspartner, das heißt im besten Fall hat man sie 10, vielleicht sogar 15 Jahre. Die vermeintlich kleine Einsparung pro Tag läppert sich über die Jahre zusammen.“ Deswegen empfiehlt die Bremer Umwelt Beratung, sich vor der Anschaffung eines neuen Geräts genau zu überlegen, welches Gerät für einen geeignet ist und sich auch Testberichte anzuschauen. Die Tester schauen sich die Geräte neutral an und achten neben Faktoren der Effizienz auch auf Dinge wie Haltbarkeit, Nutzungsfreundlichkeit, Sicherheit, Umwelteigenschaften und vieles mehr. Über die Jahre seien aber die Energie- und Wassereffizienz die ganz entscheidenden Faktoren geworden, um ein günstiges Gerät zu Hause zu haben.

Neues EU-Energielabel: wieder Luft nach oben

Um Verbraucher*innen einen einfachen Überblick darüber zu geben, wie effizient Geräte arbeiten, ist vor über 20 Jahren das Energielabel europaweit eingeführt worden. Dieses teilte Geräte zunächst in die Klassen A bis G ein. “Dann wurden die Geräte aber immer effizienter. Darum kamen die Sternchen dazu: A+, A++, A+++. Doch man hat gemerkt, dass es unübersichtlich geworden ist, denn ein A Gerät war in den letzten Jahren nicht mehr wirklich gut, erweckte aber immer noch den Eindruck”, begründet Dr. Karin Kreutzer die Veränderung des EU-Energielabels. Seit März 2021 gilt deswegen das neue EU-Energielabel, welches wieder nur die Klasse A bis G nutzt. Geräte, die sich 2020 noch in der Energieklasse A +++ befanden, finden sind nun höchstens in der Klasse B oder C wieder. Die Klasse A wird erstmal nicht besetzt, so gibt es wieder Luft nach oben und einen Ansporn, noch effizientere Geräte herzustellen. Außerdem werden so Geräte, die nicht effizient arbeiten, zunehmend aus dem Markt verdrängt. Das neue Energielabel wurde bereits für Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, elektrische Displays und Leuchtmittel eingeführt. Bis 2030 sollen alle weiteren Elektrogeräte schrittweise umgestellt werden.

Wann lohnt es sich, alte Geräte auszutauschen?

Klar, wenn ein Neugerät benötigt wird, dann macht es immer Sinn auf die Effizienz zu achten. Doch ab wann lohnt es sich, schon vorhandene Geräte auszutauschen? Dr. Karin Kreutzer erklärt, dass es hier große Unterschiede zwischen den verschiedenen Elektrogeräten gebe: “Besonders bei Kühlschränken haben viele Menschen sehr veraltete Modelle. Diese werden teilweise auch als Zweitkühlschrank im Keller genutzt und verbrauchen dort Unmengen an Strom. Hier lohnt sich ein Austausch sofort, denn hier haben neuere Geräte eine deutlich höhere Energieeffizienz.” Tatsächlich ist der durchschnittliche Energieverbrauch im Vergleich zu Kühlgeräten aus dem Jahr 2006 um mehr als 50 Prozent gesunken. Anders bei Waschmaschinen: “Diese laufen schon seit vielen Jahren effizient. Daher lohnt es sich durchaus auch bei einem etwas älteren Gerät nochmal nach einer Reparatur zu fragen.” Für Menschen, die sagen, dass ihnen effiziente Neugeräte zu teuer sind, hat Dr. Karin Kreutzer noch einen wichtigen Tipp: “Auf dem Gebrauchtmarkt kann man gute Schnäppchen machen. Wenn zum Beispiel Menschen zusammenziehen, werden oft Geräte verkauft, die erst ein paar Jahre alt sind, aber weniger Energie benötigen, als billige Neugeräte mit einer schlechten Energieklasse.” Bei Fragen berät die Bremer Umwelt Beratung, außerdem bieten sie auf ihrer Webseite viele weitere Umwelttipps: bremer-umwelt-beratung.de