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Mit dem Fahrrad übern Deich

Eine Frau weiter hinten im Bild auf ihrem roten Fahrrad am Deich und Blickt Richtung Weser. Im Vordergrud ist unscharf eine Wiese und Sonnenblumen zu sehen
© energiekonsens

Am Deich entlang, über die Weserbrücke hinweg, mitten durch den Park und verkehrt rum durch die Einbahnstraße. Fahrradfahren gehört in Bremen und Bremerhaven einfach dazu und macht Spaß. In keiner anderen Großstadt in Deutschland wird so viel Fahrrad gefahren wie in Bremen. Hier wird ein Viertel aller Wege mit dem Fahrrad bestritten. Und auch Bremerhaven erschließt sich vom Fahrradsattel aus besonders gut.

Kein Wunder, beide Städte sind flach, bieten viele attraktive Fahrradrouten und tun auch aktuell einiges für die Mobilität auf zwei Rädern. Mehr als 800 km ausgebaute Fahrradwege führen durch Bremen und die Zahl an Fahrradstraßen nimmt in beiden Städten immer weiter zu. So gibt es mittlerweile 20 ausgewiesene Fahrradstraßen in Bremen und eine eigene Fahrradzone in der Bremer Neustadt. Derzeit plant die Stadt Bremen die Umsetzung von Fahrradpremiumrouten sowie weiterer Weser-Brücken für den Fuß- und Radverkehr, um Stadtteile zu verbinden und beliebte Strecken zu entlasten. Wie Bremen baut auch Bremerhaven sein Radwegenetz weiter aus – von West nach Ost und bis ins Umland hinein. Akteure, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) oder der BUND Bremen sehen in beiden Städten noch großes Ausbaupotenzial. Das Argument: Bessere Infrastruktur motiviert mehr Menschen aufs Rad zu steigen, als gute Argumente.

Klimafreundlich und schnell ans Ziel gelangen

Denn davon gibt es einige: Wenn es um Mobilität geht, dann ist Radfahren eine der klimafreundlichsten Alternativen, denn es wird keinerlei CO₂ ausgestoßen. Berufspendlerinnen, die täglich eine Strecke von 5 Kilometern zur Arbeit hin- und zurückfährt, können im Jahr jeweils 300 kg CO2 einsparen, wenn sie von Auto auf das Fahrrad umsteigen.[1] Doch Fahrradfahren ist nicht nur klimafreundlich, es ist auch noch gesund und hält fit. Eine niederländische Studie fand heraus: Mitarbeiterinnen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, haben durchschnittlich einen krankheitsbedingten Fehltag weniger als ihre nicht radelnden Kolleginnen.[2] Außerdem ist Fahrradfahren günstig und bei kurzen Strecken häufig die schnellste Option. Besonders im Feierabendverkehr kann man mit dem Fahrrad an im Stau stehenden Autos vorbeifahren und muss sich dann nicht mal um die Parkplatzsuche Gedanken machen. Es lohnt sich also Fahrradfahren zur Gewohnheit zu machen!

Bist du schon umgesattelt?

Viele der Strecken, die im Alltag mit dem Auto gefahren werden, sind kurz und können wunderbar mit dem Fahrrad erledigt werden. Über 40 Prozent aller Autofahrten sind sogar kürzer als 5 Kilometer. Ein großes Umsteigepotenzial! Klar, nicht jeder fühlt sich wohl auf zwei Rädern. Und immer gibt es eine Konkurrenz zwischen den Verkehrsteilnehmenden, der Straßenraum ist begrenzt. Wenn diejenigen, die es können, umsatteln und sich damit Radfahren und weitere umweltfreundliche Fortbewegungsmodi weiter durchsetzen, wird Straßenraum gewonnen und kann neuen Nutzungen zugeführt werden. Das birgt viele Chancen für eine lebenswerte Stadt mit erhöhter Aufenthaltsqualität. Klimafreundlich unterwegs sein, bedeutet dann Lebensqualität gewinnen. Sichtbar, hörbar, spürbar.

[1] https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr#gtgt-stark-im-verbund

[2] https://www.nationaler-radverkehrsplan.de/de/aktuell/nachrichten/arbeitgeber-sparen-27-millionen-euro-pro-jahr